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Warum weniger Dinge glücklicher machen

18 / Mai / 2020

Unser Glücksempfinden steigt nicht proportional mit der steigenden Zahl unserer Besitztümer.

 

1) Vom Mangel in die Fülle

Wer bewusst verzichtet, fühlt sich im Endeffekt glücklicher, da er aus der Fülle heraus entscheidet mit weniger zufrieden zu sein. Im Füllebewusstsein sind unsere Gedanken voller Dankbarkeit und Wertschätzung für die Dinge.

Aus dem Mangelbewusstsein heraus sehnen wir uns krampfhafter nach dem, was wir noch nicht haben, anstatt das wertzuschätzen was bereits in unserem Leben vorhanden ist.

„Denke nicht so oft an das, was dir fehlt, sondern an das, was du hast.“ ―Marc Aurel

Wer allerdings die innere Einstellung hat, dass er erst glücklich sei, wenn er X besitze, bleibt leider im Mangeldenken stecken. Dieser Gedanke signalisiert unserem Unterbewusstsein, dass wir unser Glück und unser zufriedenes Leben auf später verschieben sollten.

 

2) Weniger Dinge  =  mehr Freiräume

Sind wir so sehr getrieben von der schnelllebigen Zeit unter dem Motto „immer höher, schneller, weiter“? Was brauchen wir wirklich um ein glückliches Leben zu führen?

Wenn wir vieles besitzen wovon wir uns nicht trennen können, bedeutet dies im Umkehrschluss, dass wir viel Platz für die Lagerung brauchen. Mehr Raum bedeutet viel Geld und viel Geld bedeutet viel investierte Lebenszeit.

Umso mehr Dinge wir besitzen, desto mehr müssen wir für diese Dinge arbeiten, da wir Wohn- und Stellfläche brauchen. Das kann eine extra Garage, ein extra Zimmer oder vielleicht Lagerfläche bei einem der zahlreichen Anbieter sein, die genau mit diesem häufigen Umstand Geld verdienen.

Wollen wir all diese Dinge tatsächlich behalten? Brauchen wir wirklich so viel Platz?

Oder ist es vielleicht möglich mit einem Bruchteil der Dinge ein genauso glückliches Leben zu führen? Das heißt, dass wir uns nur noch mit unseren Lieblingsdingen umgeben, haben auf diese Weise mehr Freiraum oder können gar auf weniger Quadratmetern wohnen. So ist uns auch erlaubt, dass wir unsere unendlich wertvolle Lebenszeit mit unseren Liebsten verbringen.

Kleinerer Wohnraum = Weniger arbeiten = mehr Zeit.
Mehr Zeit für dich selbst, um dich selbst wieder besser kennen zu lernen. Du kannst dir bewusst machen, was du wirklich willst im Leben. Du hast mehr Zeit für deinen Partner, deine Familie, deine Freunde, deine Hobbys, nachhaltiges Reisen, Meditieren und ein achtsameres Leben. Du kannst häufiger in der Natur sein und die Wolken beobachten.

 

3) Innere Leere

„Mehr Dinge zu besitzen, bedeutet nicht gleich mehr Lebensqualität“

Viele Dinge sollen unsere innere Leere füllen. Diese Leere wird uns oft erst in besonder ruhigen oder in stressigen Momenten bewusst.

Viel zu oft lenken wir uns mit übermäßigen Shoppingtouren, Essen, Alkohol, Drogen, TV oder Social Media von diesem Loch in uns ab. Doch warum ist das so? Die Ablenkungen sind deshalb so verlockend, weil wir dann die in uns aufkeimenden, negativen Gefühle nicht länger spüren müssen. Wir unterdrücken diese Gefühle einfach und schnell mit Ablenkung aus dem Außen. Doch das ist meiner Ansicht nach ein Fehler. Diese Gefühle wollen gefühlt werden. Sie sind wie ein brodelnder Kessel, der irgendwann überquillt und die Gefühle explodieren. Dann hast du genau zwei Möglichkeiten:

 

Erste Möglichkeit:

du reagierst mit Ablenkung. Du hältst den Deckel des Kessels wieder fest zu und unterdrückst deine Gefühle. Dann zerstreust du deine Gedanken wieder und lässt dich berieseln, suchst die Ablenkung im Außen und projezierst deine negativen Gefühle auf andere Menschen oder Situationen, indem du lästerst oder dich beschwerst.

 

Zweite Möglichkeit:

du spürst in deinen Körper rein, fühlst das Gefühl. Du fragst dich, wo genau in deinem Körper du das Gefühl fühlen kannst. Anschließend akzeptierst du es und nimmst es liebevoll an. So gibst du deinen Emotionen Raum in deinem Körper. Jedes Gefühl möchte gesehen werden. Genau aus diesem Grund existieren Gefühle auch. Erst wenn du ein Gefühl angenommen hast, kannst du es auch loslassen. Erst wenn du einem Gefühl Aufmerksamkeit schenkst, dann hat es seinen Zweck erfüllt und es transformiert sich in eine Erkenntnis oder andere positive Gefühle. Und so lässt du dich auch nicht mehr von der Ablenkung im Außen blenden.

Ablenkung wäre zwar der einfachere Weg, aber nicht der Pfad der dich zu mehr Selbstvertrauen führt.

Auf lange Sicht tust du dir selbst mit der zweiten Möglichkeit einen größeren Gefallen. Das Glück ist dann mehr auf deiner Seite, da du dich selbst und deine Gefühlswelt akzeptierst und nicht länger unterdrückst.

 

Das Fass ohne Boden

Früher bin ich auch ab und zu ohne Plan einkaufen gewesen, nur um negative Gefühle in mir zu überdecken. Beim Einkaufen werden Emotionen in uns geweckt, die wir verlernt haben uns in dem Moment selbst zu geben. So sind zum Beispiel Glücksgefühle durch einen Schnäppchenpreis oder ein anderes Angebot die Ersatzbefriedigung, die uns letztlich doch nie richtig sättigt.

 

Die Marketing-Tricks

Ich vermute es gibt viele Menschen die sich unterbewusst lenken lassen, um ihre negativen Gefühle und innere Leere nicht spüren zu müssen. Die Werbung ist genau darauf ausgelegt. Wenn es uns nicht gut geht oder wir Unsicherheit fühlen, erregt die Werbung unsere Aufmerksamkeit und verspricht die ultimative Lösung. Die Werbebranche gibt unzählige Millionen Euro aus, um uns regelmäßig daran zu erinnern, dass wir noch nicht gut genug sind. Erst mit einem bestimmten Produkt, dürfen wir uns dann endlich komplett, vollkommen und gut genug fühlen.

Sei es mit den perfekten Haaren, die neuesten Modetrends oder das neueste Smartphone. Wenn die Werbung in uns dieses Gefühl des „nicht gut genug sein“ nicht auslösen würde, dann hätten wir nicht so oft den Drang etwas Neues zu kaufen. Wir hätten gar nicht erst das Gefühl, dass uns etwas fehlen würde. Außerdem würden wir uns nicht so oft vergleichen, mehr auf dem auf unseren Werten basierten, ganz individuellen Weg sein. Jeder würde nur Dinge bis zu einer bestimmten Sättigungsgrenze konsumieren. Niemand würde den Shopping-Kick mehr benötigen und „shoppen“ würde nicht mehr als Hobby bezeichnet werden.

Verabschiede dich von emotionsgeladenen Shoppingtouren wenn es dir nicht gut geht. Der Glückskick ist nur von kurzer Dauer. Beschäftige dich lieber mit dir selbst und hinterfrage, was hinter die Ursache hinter dem Gefühl ist. Denn so steigst du aus dem „immer mehr haben wollen“ Karussell langfristig aus.

 

4) Das wahre Glück finden

Mache dein Glück nicht mehr abhängig von materiellem Besitz, sondern mache dich auf die Suche nach dem Glück in dir. Das wahre Glück ist ganz nah und immer bei dir. Du trägst es immer bei dir in deinem Herzen. Ich bin der Meinung, dass es nicht möglich ist, das pure und nachhaltige Glücksgefühl im Außen zu finden. Du findest es weder in deinem Traumhaus, noch in deinem Traumjob, nicht in deiner Traumpartnerschaft und auch nicht, wenn dir alles Geld der Welt gehört.

I wish everyone could get rich and famous and have everything they ever dreamed of so they would know that’s not the answer. – Jim Carrey.

Natürlich können diese Dinge dich glücklich machen, jedoch nur zeitweise und nicht tiefgründig. Wenn du nach anhaltenden Glücksgefühlen suchst, bist du selbst der Schlüssel dafür. Du kannst jemanden nur bis zu jenem Grad lieben, wie du dich selbst liebst. Aus diesem Grund bringt dir die Suche nach deinem Traumpartner nichts, wenn du dich zuvor nicht selbst angenommen und akzeptiert hast so wie du bist.

Versuche nicht in erster Linie, dein Glück zu verschieben. Etwa auf den Zeitpunkt, wenn du in deinem Traumhaus, an deinen Traumort mit deinem Traumpartner lebst. Sei heute schon glücklich, dann ist es auch viel wahrscheinlicher, dass du wirklich dein Traumleben anziehst.

„Was du denkst, bist du. Was du bist, strahlst du aus. Was du ausstrahlst, ziehst du an.“ – Buddha

 

5) Selbstliebe

Du kannst dir Glück nicht erkaufen, du kannst es nur in dir selber wachsen lassen. Das Glück im Außen ist meist nur von einer begrenzen Dauer. Das wahre Glück, welches du dir nur selbst schenken kannst, hält ewig an. Dieses Geschenk an dich selbst nennt sich Selbstliebe. Liebe dich so wie du bist. Sei dankbar für alles was du bereits erleben durftest. Sei auch dankbar für die Herausforderungen in deinem Leben, denn die haben dich am meisten wachsen lassen. Ohne durch diese dunklen und tiefen Täler zu wandern, hättest du nun nicht das Selbstvertrauen und die innere Stärke entwickeln können.

Mitgefühl und Vergebung

Habe Mitgefühl für dich selbst, sei nachsichtig mit dir. Liebe die Menschen in deinem Umfeld und zeige Mitgefühl für sie. Vergebe den Menschen, die dir nicht gut getan haben in der Vergangenheit. Das soll keineswegs bedeuten, dass du ihre Taten gutheißen sollst, sondern heißt, dass du die Gefühle loslassen kannst und diesen Menschen nichts mehr nachträgst. So erlaubst du dir mehr im Einklang mit dir selbst zu leben und negative Gefühle loslassen.

Menschen wurden erschaffen um geliebt zu werden. Dinge wurden geschaffen um benutzt zu werden. Der Grund warum sich die Welt im Chaos befindet, ist weil Dinge geliebt werden und Menschen benutzt werden.  – Dalai Lama

Sei ehrlich zu dir und fang mit der Annahme deiner Stärken und Schwächen an. Liebe dich selbst. Verbringe mal wieder Zeit mit dir, und zwar ganz allein. Finde heraus was dir wirklich Spaß macht und was dir besonders wichtig ist im Leben. Zeig dich so wie du bist, mit allen Ecken und Kanten.

 

6) Eigenverantwortung

Achte auf deine Bedürfnisse und wechsle jetzt sofort in die 100%ige Eigenverantwortung. Das heißt: Hör auf damit, über alles und jeden zu jammern, zu lästern und dich zu vergleichen, da dies nur zusätzliches Gift für dein System ist. Wechsle lieber in die Achtsam- und Dankbarkeit. Lebe im Moment. Erkenne wie viel Reichtum bereits in deinem Leben ist. Sehe die Menschen wirklich, die in deinem Umfeld sind, schaue ihnen in die Augen. Das was du im Außen siehst, ist ein Spiegel deiner inneren Welt.

 

Fazit

Das Glück in sich selbst zu finden, hat meiner Meinung nach viel mit Selbstannahme und Selbstliebe zu tun. Wenn du dich so akzeptiert hast, wie du bist, brauchst du diese vielen glitzernden, tollen, begehrenswerten Dinge aus der Werbung nicht mehr. Dann reichen dir auch deine Lieblingsdinge. Die Zeit ist das wertvollste was du in deinem Leben hast. Zeit die vergangen ist, kannst du niemals wieder bekommen. Deswegen ist es so wichtig, deinen Herzensweg mit deinen Herzensmenschen zu gehen und nicht irgendwelchen gesellschaftlichen Idealen hinterherzurennen und von Anerkennung im Außen abhängig zu sein.

Fang jetzt damit an Dankbarkeit zu zeigen, für all das was momentan in deinem Leben ist. Sehe die positiven Dinge darin.

Wenn wir merken, dass wir auch glücklich mit weniger Besitz sein können, erschafft das mehr Zufriedenheit in unserem Inneren.

Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen – Buddha

Wenn du dich von diesen Konditionierungen lösen und ein selbstbestimmtes, zufriedenes Leben mit mehr Klarheit führen, weniger physischen und emotionalen Ballast mit dir rumschleppen möchtest, dann trag dich doch gerne in meinen Newsletter ein und/oder folge mir bei Instagram!

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