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10 Gründe warum Unordnung uns nicht gut tut

12 / Mai / 2020

Nachteile von Unordnung

Wie verändert sich unser Gefühlszustand, wenn wir uns in einer vollgestopften Wohnung aufhalten, einen zugestellten Keller sehen und einen E-Mail Posteingang öffnen, der schon wieder überquillt? Du hast bestimmt schon mal das Zitat von Albert Einstein gehört:

„Nur das Genie beherrscht das Chaos.“

Diesem Zitat würde ich aber nur teilweise zustimmen, später gehe ich näher darauf ein. Es klingt für die Chaoten unter uns zunächst wie eine gute Ausrede für die Unordnung, damit sie nicht aufräumen müssen.

 

1. Unruhiger und gestresster Geist / Reizüberflutung

Die Unordnung stresst uns nicht nur, sie beeinflusst auch unsere Verhaltensweisen.

Wir fühlen uns durch sie deutlich gestresster und weniger geborgen. Wir verlieren durch sie langsam den Überblick und damit die Kontrolle über die Dinge. Bei mir bricht auch hin und wieder Chaos aus, gerade dann wenn in meiner inneren Welt alles Kopf steht. Du kannst dich nicht fokussieren.

Zu viel Chaos sorgt für Reizüberflutung  und strapaziert nur unnötig dein System.

Unser Geist wird unruhiger und wir können uns schlechter fokussieren.

Zu welchem Berater würdest du gehen? Wählst du den Berater der hinter einem aufgeräumten Schreibtisch sitzt oder gehst du zu dem anderen, dessen Tastatur nur noch schemenhaft unter einem Berg an Akten, Formularen und Notizzetteln begraben ist?

Durch die Ordnung im Außen beeinflussen wir auch unseren Geist. Mehr Klarheit zu schöpfen und bessere Entscheidungen zu treffen, fällt uns in einer „sauberen“ Umgebung einfacher.

 

2. Zeitverlust

Wir verlieren Zeit durch unnötiges Suchen. Das beschneidet am Ende unsere Freizeit oder lässt uns ineffizient bei der Arbeit handeln.

 

3. Konflikte

Hauptstreitpunkt Nr. 1 unter Partnern in Deutschland ist das Thema Unordnung. Ein unterschiedliches Empfinden was „aufgeräumt“ bedeutet, verursacht immer wieder Streits bei zusammenlebenden Paaren. Eine gemeinsam erarbeitete Definition des Ordnungsbegriffs hilft.

 

4. Weniger Platz

Wir schränken uns selber ein, indem wir die Unordnung zulassen und sich zuviel Ballast angesammelt hat. Erobere dir deine Freiraume wieder zurück. Indem du Papierstapel-Türme gar nicht erst entstehen lässt und besonders horizontale Flächen frei hältst (Oberflächen von Kommoden, Schränken, dem Schreibtisch, dem Esstisch oder die Arbeitsflächen in der Küche).  Diese Plätze sollten so gut es geht immer wieder befreit werden.

 

5. Ziele verschwimmen

In einer unordentlichen Umgebung lassen wir schneller die konsequente Zielverfolgung schleifen. Unsere Aufmerksamkeit wird ständig mit offenen Aufgaben herausgefordert. Dir würde es viel einfacher fallen, dich zu konzentrieren, wenn du nicht permanent visuell abgelenkt wirst.

 

6. Fehlende Selbstliebe

Unsere Umgebung spiegelt auch meist einen Teil in uns wieder, der uns zeigt wie sehr wir uns selbst lieben.

Der kritische Schweinehund in uns denkt jetzt vielleicht: „Naja, das ist nun wirklich weit hergeholt. Was hat denn Selbstliebe mit meiner Faulheit und Ordnung halten zu tun? Ich tue mir doch einen Gefallen, wenn ich mich entspanne anstatt ständig aufzuräumen.“

Frage dich mal ehrlich: würde jemand der sich zu 100 Prozent selbst liebt auch freiwillig im Chaos leben? Würde diese Person es wirklich so weit kommen lassen?

Selbstliebe und Ordnung haben deswegen aus meiner Sicht viel miteinander zu tun. Je mehr Selbstliebe wir für uns entwickeln, desto mehr erschaffen wir uns ein Umfeld, das unserem Körper, unserem Geist und unserer Seele gut tut. Wir spüren dadurch immer deutlicher, dass wir eine schöne Umgebung verdient haben. Eine Umgebung, in der wir uns gleichermaßen wohlfühlen und entspannen können. Ganz individuell nach unserem Geschmack entwickelt sich so unser Zuhause zu einer Wohlfühloase, weil wir immer mehr verstehen, dass dies unser Kraftort und damit unsere Aufladestation ist.

„Indem du dein Zuhause wertschätzt, bringst du dir selbst Wertschätzung entgegen“

 

7. Fehlender Überblick

In einer unordentlichen Umgebung verlieren wir schneller den Überblick, was uns folglich nur Nerven kostet.

Wenn uns der Überblick fehlt, tendieren wir außerdem mehr zu Fehlkäufen und stellen erst Zuhause fest, dass wir diese Kleidung oder jene Art Schuhe doppelt gekauft haben.

 

8. Energieräuber

Alles zieht uns bewusst oder unterbewusst Energie, insbesondere wenn wir etwas behalten, das uns nicht gut tut. Energieräuber sind die Dinge, die wir schon längst hätten weggeben sollen. Dinge, die uns ein Dorn im Auge sind, Kleidung die uns nicht passt oder deren Farbe uns missfällt und auch gut gemeinte Geschenke deiner Familie. Dinge verlangen auf verschiedene Art und Weise deine Aufmerksamkeit.

Zuallererst wollen Dinge benutzt und verwendet werden.

Dinge wollen gepflegt, gewaschen oder entstaubt werden.

Aufbewahrt, einsortiert, geordnet oder eingelagert werden.

Dinge brauchen Platz. Dinge wollen einen festen Platz. Dinge brauchen Platz zum Atmen und wollen nicht in irgendeiner vergessenen Kiste versauern.

Du zahlst die Miete für jeden Gegenstand, damit es bei dir Wohnen darf. Weißt du denn wirklich, wer alles bei dir wohnt?

Dinge wollen repariert, gewartet oder upgedatet werden.

Dinge wollen wertgeschätzt werden von dir.

Wenn du die Dinge nicht mehr benötigst, wollen sie verkauft, verschenkt oder fachgerecht entsorgt werden.

Also überlege dir bei der nächsten Shoppingtour gut, ob du die entsprechend Energie wirklich aufbringen möchtest, die ein Gegenstand von dir verlangt.

 

9. Unruhige Nächte

Wünscht du dir ein ordentliches Schlafzimmer für eine erholsame Nachtruhe? Dann hat das Chaos im Schlafzimmer nichts zu suchen. In einem Schlafzimmer voller Unordnung hat unser Geist vermehrt Schwierigkeiten abzuschalten. In einer ordentlichen Umgebung stellt sich Gelassenheit und Entspannung am schnellsten ein. Achte besonders auf Ordnung in deinem Schlafbereich. Bei meinen Aufräumcoachings beobachte ich immer wieder, dass gerade dieser Teil der Wohnung gerne vernachlässigt und zugestellt wird. Es türmen sich schnell mal Wäscheberge, unterm Bett werden viele Dinge gelagert und stauben ein, Bücher und Zeitschriften stapeln sich auf dem Nachttisch. All das lässt dich bestimmt nicht besser schlafen und ausgeruht in den neuen Tag starten. Nein, Unordnung hat im Schlafzimmer nichts verloren.

 

10. Stress

Die Unordnung löst in unserm Nervensystem Stress aus. Ordnung dagegen führt uns zu mehr Frieden, Ruhe und Gelassenheit.

  • Anerkennen und akzeptieren, dass wir zu viel Ballast haben in Form von Dingen, Terminen, Druck durch uns selbst, negative Gedanken –> Ballast loslassen
  • Ballast loslassen -> im Hier und Jetzt leben und dadurch die Schönheit des Moments wieder entdecken
  • Im Hier und Jetzt leben –> erschafft mehr Zufriedenheit in uns
  • Mehr Zufriedenheit in uns –> mehr Frieden im Außen, uns bringt dann nichts mehr so schnell aus der Fassung
  • Mehr Frieden im Außen –> mehr harmonische Beziehungen (Partner, Freunde, Familienmitglieder, Geschäftspartner, Nachbarn…)
  • Mehr harmonische Beziehungen -> mehr Frieden im Haus
  • Mehr Frieden im Haus -> mehr Frieden in der Stadt
  • Mehr Frieden in der Stadt -> mehr Frieden im Land
  • Mehr Frieden im Land –> mehr Frieden auf dem Kontinent
  • Mehr Frieden auf dem Kontinent -> Mehr Frieden auf der Welt und im Universum
  • Mehr Frieden auf der Welt und im Universum –> größerer innerer Frieden, der uns bestärkt und uns aufzeigt, dass mit Frieden und Liebe alles beginnt.

Würde jeder Mensch erst einmal bei sich im Innen und Außen aufräumen, dann suchen wir weniger Schuldige im Außen. Wir würden mehr Mitgefühl, Dankbarkeit und Achtsamkeit entwickeln und lösungsorientierter Herausforderungen angehen.

Wenn du mehr Klarheit, Ordnung und Leichtigkeit in dein Leben ziehen willst, dann kümmere dich um deine innere Welt. Ansonsten wirst du immer wieder in deinen alten Verhaltensmustern stecken bleiben. Du wirst dich wieder und wieder von äußeren Einflüssen leiten lassen, wie bspw. auf Shoppingtour gehen um dich besser zu fühlen. Das Universum schickt dir immer wieder ähnliche Aufgaben und Situationen, bis du sie entschlüsselt hast, dann erst kommst du auf die nächste Bewusstseinsstufe. Also hinterfrage besonders die Situationen, die immer wieder ein schlechtes Gefühl in die hervorrufen. Welche Lernaufgabe des Lebens könnte dahinter stecken?

 

Vorteile von Unordnung und Chaos

„Fürchte nicht das Chaos,
denn im Chaos wird das Neue geboren.“ – Carl-Gustav Jung

Freiräume regen uns zu neuen Ideen und kreativen Lösungansätzen an, genau wie uns auch temporäres Chaos fördern und anregen kann.

Wenn ich Lust habe etwas zu basteln, sieht mein Tisch nach nur 10 Minuten Bastelfieber alles andere als ordentlich aus. In den Flow gerate ich erst, wenn kreatives Chaos herrscht und alles durcheinander fliegt. Nach dem der Sturm gewütet und sich wieder gelegt hat, kommt alles wieder an seinen Platz und wird achtsam und ordentlich verstau. Bis die nächste Bastelaktion ansteht…

„Unordnung macht kreativer: sie bringt Dinge zusammen, die vorher nie zusammen gekommen sind.“- Unbekannt

Beim Aufräumen gibt es auch eine Phase, in der erst alles chaotischer wirkt, weil vieles neu sortiert wird. Dieses Chaos ist sehr förderlich für die spätere systematische Ordnung, da es die Dinge wieder neu und logisch zueinander finden lässt.

Wenn wir uns in einer kreativen Phase befinden, Ideen oder Projekte entwickeln, kann ein kreatives Chaos auch tatsächlich zu mehr Ideen verhelfen. Es kann uns dazu anregen, neue Denkmuster anzuwenden und einen alternativen Weg einzuschlagen. Ich behaupte, dass wir beide Zustände brauchen. Erst wenn die Unordnung dauerhaft vorherrscht, hat sie negative Auswirkungen auf unser Wohlbefinden. Das Chaos fördert zeitweise unsere Kreativität, lenkt uns jedoch auf Dauer ab. Ordnung kann uns wieder zu mehr Ruhe und Leichtigkeit verhelfen. Finde deine eigene Balance zwischen kreativem Chaos und Ordnung.

 

Was kannst du nun tun, um mehr Ordnung in dein Leben zu bringen?

Gleich vorweg: Vieles ist eine Sache der Gewohnheit. Mit diesen Tipps wird es dir leicht fallen, ab heute mehr Ordnung in deinem Umfeld zu etablieren:

 

Beginne mit kleinen Schritten

1. Bitte nimm dir nicht sofort dein ganzes Zuhause vor. Fange auf jeden Fall klein an, bspw. mit einem kleinen Bereich wie eine Schublade, einem Fach oder eine Kommode.

 

Länger motiviert bleiben

2. Wenn du das erste Zwischenziel erreicht hast, beschert dir das bereits ein Erfolgserlebnis. Unser Gehirn dürstet nach solchen Erlebnissen, wofür unser neuronales Belohnungssystem verantwortlich ist. Wenn das Gehirn den Genuss und die Wohltat der Ordnung einmal erfahren hat, wird es nach mehr verlangen. Dadurch fällt es dir garantiert leichter, dein nächstes Zwischenziel zu wählen. So bleibst du länger motiviert und bei der Sache.

 

Einfach mehr Ordnung

3. Wie du schnell mehr Ordnung erhältst, kannst du hier nachlesen. Dieser Beitrag bildet eine gute Themengrundlage. Das allerwichtigste ist, dass du dich wohlfühlen sollst beim Aufräumen und Spaß haben darfst! Beginne langsam dein Bewusstsein für mehr Ordnung und Klarheit in deinem Leben zu öffnen.

 

Konsumverhalten hinterfragen

4. Kaufe dir nur neue Dinge, die du wirklich brauchst und die du schön findest. Für langfristige Ordnung ist die Reflektion und das Hinterfragen deines Konsumverhaltens essentiell. Verändre gegebenfalls dein Einkaufsverhalten.

 

Alles hat einen festen Platz

5. Jede Sache bekommt einen festen Platz und kehrt nach ihrer Verwendung dorthin zurück.

 

Freier Schreibtisch, klarer Geist

6. Tipp für deinen Arbeitsplatz: Nimm dir jeden Abend ein paar Minuten Zeit. Mehr braucht es nicht um deinen Schreibtisch und dein Mailpostfach aufzuräumen. Dann kannst du besser abschalten und startest am nächsten Tag mit einem frischeren Geist, da du in einer aufgeräumten Umgebung ankommst.

 

Termine im Blick behalten

7. Behalte alle Termine im Blick. Prüfe deine Termine gleich morgens oder am Abend für den darauffolgenden Tag. Sammle alle Termine und Daten am besten an einem Ort.

 

Nur 10 Minuten für dauerhafte Ordnung

8. Soll die Ordnung langfristig erhalten bleiben, dann ist dies schon möglich, wenn du täglich mit nur minimalen Aufwand ein bisschen aufräumst. Weil das Chaos nicht zu einem Riesenberg heranwächst, wird dich das Chaos nicht mehr überfordern und du hast es fest im Griff. Du könntest dir zum Beispiel einmal am Tag einen Timer stellen für 10 Minuten. In diesen 10 Minuten wird nur aufgeräumt und du lässt dich nicht ablenken. Probiere es einfach aus. Du wirst garantiert überrascht davon sein, wie viel du in so kurzer Zeit schaffen kannst.

 


Fazit

Je stärker dich das Chaos um dich herum nervt, desto besser sind deine Erfolgsaussichten auszubrechen. Denn je näher wir unserer individuellen Schmerzgrenze kommen, umso mehr sind wir bereit ins Handeln zu kommen. Verwandle das Chaos in eine systematische Ordnung, die dir auf lange Sicht viel Zeit, Geld und Nerven spart.

Hast du dich in dem einen oder anderen Punkt wiedergefunden? Kein Problem, dann geht es dir wie dein meisten Menschen irgendwann in ihrem Leben. Du hast es in der Hand, wie es weiter gehen soll.

Hast du Lust auf Veränderung? Willst du mit mehr Leichtigkeit und Energie dein Leben gestalten?

Möchtest du aktiv ins Handeln kommen? Wenn du wissen willst, wie du mehr Ordnung in deinem Zuhause und deinem Leben erschaffst, dann trag dich doch gerne in meinen Newsletter ein und/oder folge mir bei Instagram!

1 Kommentar

  1. Genauso wie du denke ich, dass Unordnung fehlende Selbstliebe ist. Um mich selbst gut zu fühlen benötige ich Ordnung. Vor allem bei der Arbeit und da bin ich sehr froh, dass es professionelle Hilfe gibt.

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